Okt 15

Liebe Mitstreiter,

man muss das Rad nicht neu erfinden. Daher schlage ich vor gute Formulierungen aus Gutachten in unserem Forum jedem Teilnehmer zur Verfügung und zur Diskussion zu stellen.

Beginnen möchte ich mit einer Stellungnahme zum Thema Mundgeruch.

(Sorry, Leider schaffe ich es nicht die Word Datei hochzuladen. Daher in Kopie als Anhang zu diesem Text.)

Sonnige Grüße aus dem Bergischen

Wolfgang

Es ist unwahrscheinlich, dass die alleinige Ursache für den beschriebenen Mundgeruch nur die Aufbissschiene gewesen sein sollte. Drei Faktoren sind laut Wissenschaftlichem Info Dienst im „wissen kompakt“ des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte 1/2008 ursächlich für den Mundgeruch, auch Halitose genannt.

  1. Bakterien, die übel riechende flüchtige Schwefelverbindungen (VSC = volatile sulphur compounds) produzieren.
  2. Das Substrat, das von den Bakterien verstoffwechselt wird.
  3. Die Schwefelverbindung selbst.

Die Mundhöhle bietet Bakterien ideale Nischen und Reservoirareale. Diese können u. a. sein: die Interdentalräume, der Zungengrund, Oberflächen, die keiner Selbstreinigung unterworfen sind, Sulkusflüssigkeit und Speichel. Vor allem der Zungenrücken und der Zungengrund sind Orte, an denen sich die geruchsproduzierenden Bakterien aufhalten. Es sind überwiegend proteinverdauende, anärob lebende Bakterien. So ist eine morgendliche Halitose als normal anzusehen. Sie beruht darauf, dass nachts eine verminderte Speichelsekretion stattfindet. Das Problem löst sich durch einen vermehrten Speichelfluss meistens von selbst. Weitere Ursachen können sein: Nahrungsmittel, Tabakrauchen und Arzneimittel. Kommen nun parodontale Faktoren in Form von Infektionen hinzu, so bezeichnet man die Halitose als pathologisch. Durch entsprechende Reinigungsmaßnahmen kann diese Form der Halitose erfolgreich verhindert werden. 60% der oralen Halitose haben ihren Ursprung auf der Zunge. Nur ca. 10% der Halitose sind nicht oralen Ursprungs. Ihre Ursache ist meist eine Erkrankung der oberen  oder tieferen Atemwege und nur sehr selten der Magen. Auch können hierunter Systemerkrankungen wie  schlecht eingestellter Diabetes, Nierenversagen, Leberversagen, Leberzirrhose, gastrointestinale Erkrankungen, Bluterkrankungen und Fieber zählen. Ein Hinweis auf eine der o. g. systemischen Erkrankungen lag bei Frau P. nicht vor. Der von der Klägerin beschriebene vermehrte Mundgeruch könnte durch eine nicht effektive Reinigung der Schiene entstanden sein. Dadurch konnten sich die entsprechenden Bakterien vermehren und haben dann zu einer verstärkten Ausscheidung flüchtiger Schwefelverbindungen geführt.

2 Antworten zu “Textdateien für Gutachten”

  1. Dr. Klaus Harms sagt:

    Eine gute Idee. Wir werden Formulierungen und Informationen als pdf-Dateien o.ä. hochladen, evtl. mit Stichwörtern, um diese Inhalte über die Suchfunktion schnell wiederzufinden.

    Dr. Klaus Harms

  2. Wolfgang Matscheck sagt:

    Hallo Klaus,

    pdf wäre nicht ganz so günstig, da nicht jeder Zugang dazu hat. Einfacher wäre eine Wordversion, dann kann man leicht den Text übernehmen.

    Viele Grüße aus dem Bergischen

    Wolfgang

    Als Anhang mein Eingangssatz für die Wiedergabe der Anamnese. Erspart einem leidliche Diskussion zum Thema Befangenheit, Falschwertung, Gewichtung, etc.

    Anamnese:

    Auch ist dem Gutachter bewusst, dass die im Punkt Anamnese dargestellten Aussagen von Frau xy zum Teil strittig sind. Sie werden deshalb in der Anamnese wertungsfrei und kommentarlos aufgeführt.
    Vorsorglich sei erneut darauf hingewiesen, dass die Angaben in der Anamnese in meinem Gutachten die möglichst wortgetreue Wiedergabe der Aussagen der Patientin zur Krankengeschichte wiedergeben. Sie spiegelt innerhalb der Anamnese zu keinem Zeitpunkt die Meinung des Gutachters wider. Erst im Punkt Diskussion und Beurteilung werden die Angaben aus der Anamnese mit den Ergebnissen der Untersuchung und den vorliegenden Unterlagen für die Beantwortung der Fragestellung entsprechend gewertet.

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